Eine Geschichte ohne Untertitel

 

* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Letztes Feedback
   16.12.16 10:18
    Z7GiUY sunzhfqnmfmk, [u






Perspektive zur Arbeit

Zwischen Kippenpause und Feierabend ist zum Glück immer Platz für ein nettes Gespräch.

 

Ich bin nicht der Typ der sich in seiner Arbeit vergräbt, nein, sowas mache ich nicht. Das will ich auch nicht, meine Erfahrung hat mich gelehrt, das man dadurch nur sein Leben verpasst und das wollen wir ja eigentlich alle, Leben. 

 

Das dürfen gerne andere machen, die daran Spaß haben ihr Leben wegzuwerfen. Man nennt Sie in der Fachpresse auch gern Workaholics. In meinen Augen gezüchtete Arbeitstiere, Bienen. Leben ist Arbeit und Arbeit macht Frei oder so ähnlich.

Ich bleibe meinen Kindsheitidealen treu und verabscheue nach wie vor das System. Ich arrangiere mich mit ihm aber ich liefer michi nicht aus. Nicht mehr. Das hab ich nach anderthalb Jahren von Selbstzweifel, notorischer Selbstzerstörung und Flucht vor dem slebst endlich begriffen.

Ich hatte manchmal den Wunsch Verantwortung zu übernehmen und jetzt wo ich ungewollt zum Ausbilder gemacht wurde, will ich es nicht mehr. Es nervt.an manchen Tagen steht alle halbe Stunde einer neben mir und stört mich beim lesen der Nachrichten oder wie ich mir die Katzenbilder anschaue, die mir meine Frau geschickt hat. Dann muss ich so tun als ob ich arbeite.
Ihhh.

Zugegeben, es gibt Zeiten, da tue ich das wirklich und an ganz seltenen Tagen tu ich das sogar gerne, also Arbeiten. Die Katzenbilder wurden mir schon vor längerer Zeit aufgedrückt. Aber dann wird man gestört. "weißt du...?", "Kannst du mir mal erklären...?"

Dabei ist die Antwort nur einen Mausklick entfernt, oder auch zwei. Dein Freund in der Not heißt Google. Vielleicht auch Wikipedia, aber denen traue ich nicht, da darf jeder Idiot reinschreiben und die betteln und ich will auch mal mein Haus bauen, ich hab ncihts abzugeben, vielleicht Katzen aber ich glaub da wird meine Frau sauer. Mit weißem Lattenzaun, Keramikzwergen im Vorgarten und einem Auto in der Ausfahrt das sagt "Ich fühle mich besser als du und mir ist es egal ob es stimmt."

 

Ich vertrage mitlerweile nicht mal mehr Kaffee oder schwarzen Tee. Ich krieg davon Herzrasen, werde nervös, unkonzentriert. Noch schlimmer als sonst. Ich bin einem Burnout sehr nahe. Zu sehr lasten die letzten Jahre auf meinen Schultern. Ich musste ja immer wegrennen. Als Ergebnis bin ich morgens müde wenn ich zur Arbeit komme, schlafe auf dem Weg dahin fast ein. Gegen Mittag werd ich langsam wach, aber Lust noch groß was anzufangen hab ich dann auch nicht. Zuviele Kollegen waren schon da und haben mir beim Plausch das bisschen Energie geraubt das da war.

 

Meine Kollegen sind nett und umgänglich. Es gibt kein Mobbing, keine Intrigen. Im Notfall bleibt man reserviert, nickt sich auf dem Gang zu und geht bestimmt weiter. Deswegen werfe ich nicht gern jemanden aus meinem Büro wenn er kurz vorbei kommt. Es gibt Tage, da verbringe ich gut und gerne drei Stunden mit Gesprächen. Aber nicht für die Arbeit. Privat. Über die leiden der Familie, Verschwörungstheorien und PLäne zur Weltrettung, große Ideen zur Verbessrung der Ressourcen und Arbeitswelt die nie umgesetzt werden und Monologen bei denen ich einfach nur abnicke weil ich absolut keine Ahnung hab wovon der gute Mann spricht. 

Wenn ich dann wieder bei meinen Azubis im Büro sitze, fühle ich mich manchmal alleine. Distanziert, in einer Welt der Heuchelei, aber das hält in der Regel nicht lange an, weil dann von der Seite die nette frage kommt.

"Kannst du mir mal helfen?"

 

A

8.1.14 21:20
 
Letzte Einträge: Veränderungen, die erste


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung